Führung, PERMA-Lead
Positive Leadership beim Austin Police Department



Anderthalb Tage mit Führungskräften des Austin Police Department in Texas. Wir haben den PERMA-Lead-Ansatz von Dr. Markus Ebner erlebbar gemacht: positive Emotionen, Stärken, tragfähige Beziehungen, Sinn und das Sichtbarmachen von Erreichtem. Und das war erst der Auftakt. In zwei weiteren Wellen darf ich sämtliche Führungskräfte des APD fortbilden.
Positive Leadership in der Polizei ist in den USA angekommen. Nach dem Interview mit dem Greater Good Magazine der University of California, Berkeley ging es diesmal in den Seminarraum. Zu Menschen, die am nächsten Tag wieder Dienstgruppen führen.
Die Fragen, um die es ging
Was bedeuten positive Emotionen in der Polizeiarbeit, gerade als Führungskraft? Was sind eigentlich Stärken und wie setzt man sie dort ein, wo Menschen aufblühen? Wie fördert man psychologische Sicherheit und tragfähige Beziehungen in einer Organisation, die auf Hierarchie gebaut ist? Wie vermittelt man Sinn, wenn der Dienstplan das Gegenteil nahelegt? Und wie machen wir unsere Erfolge sichtbar, statt nur Fehler zu besprechen?
Diese Fragen stellen sich in Austin genauso wie in Ainring. Die Antworten fallen anders aus, die Mechanik dahinter bleibt dieselbe. Wer mehr zum Modell wissen will: Was ist PERMA-Lead?
Was die Führungskräfte mitgebracht haben
Der beste Teil war der, den ich nicht vorbereitet hatte. Die Teilnehmenden hatten jede Menge Beispiele dabei, was in ihren Teams schon richtig gut läuft.
Mein Favorit: der Erfolgsgong am Gang. Ein Gong im Flur, der geschlagen wird, wenn etwas gelungen ist. Simpel, sichtbar, hörbar für alle. Genau das ist Accomplishment, das fünfte Element von PERMA-Lead. Erreichtes sichtbar machen, damit aus dem Hamsterrad eine Wirksamkeitserfahrung wird.
Ich durfte mit diesen Führungskräften und von ihnen lernen. Das ist keine Höflichkeitsfloskel. Ich nehme den Gong mit.
Vom Seminarraum ins eigene Team
Ein Seminar, das mit dem letzten Kaffee endet, hat wenig bewirkt. Deshalb hat jede und jeder einen konkreten Ansatz erarbeitet, der jetzt im eigenen Team umgesetzt wird.
Danach treffen wir uns online wieder. Drei Fragen stehen dann im Raum: Was hat funktioniert? Wo wurde es schwierig? Und was können wir voneinander lernen? Die zweite Frage ist die wichtigste. Über das, was glatt lief, redet man leicht.
Was zurückkam
Die Rückmeldungen laufen anonym. Über die ersten APD-Kursgruppen hinweg liegen die Durchschnittswerte bei 9,2 bis 9,5 von 10 bei der Frage, ob man den Kurs anderen Führungskräften empfehlen würde, und bei 8,9 bis 9,3 von 10 dafür, praktisch nutzbare Werkzeuge mitgenommen zu haben.
Interessanter als die Zahlen sind die Sätze. Dieser hier gefällt mir am besten, weil er ehrlich ist:
Initially I felt it was basic in nature and just another course. On the final day I realized it was quality material with genuine instruction.
Eine Rückmeldung bestätigt etwas, das mir wichtig ist: dass die eigene Polizeierfahrung den Unterschied macht.
Having the course taught by someone with extensive law-enforcement leadership experience gave the material credibility and made it much easier to connect the concepts to policing.
Und eine dritte zeigt, wo Meaning im Alltag hakt:
I realized that while I understand why our work matters, I can do a better job of communicating that purpose to my people.
Mehr Stimmen aus den Kursen stehen auf code4leadership.com.
Was die Polizeichefin dazu sagt
Lisa Davis, Police Chief des Austin Police Department, hat ihre Sicht öffentlich geteilt. Ein Satz daraus bleibt hängen:
One of the most important investments we can make in public safety is an investment in the people who lead our people.
Die Investition in die Menschen, die unsere Menschen führen. Das ist eine Haltung, die man in einer Organisation erst einmal durchhalten muss, wenn Personalmangel und Einsatzbelastung drücken.
Wie es weitergeht
Nächstes Jahr komme ich zurück. Dann schule ich gemeinsam mit Prof. Dr. Tamara Herold die zweite Welle, danach folgt die dritte. Am Ende hat jede Führungskraft des APD den Kurs durchlaufen. Genau so wirkt Führungskräfteentwicklung: in Wellen, mit Transfer und Nachbesprechung.
Vielen Dank an Lisa Davis für das Vertrauen und dafür, dass sie Führungskräfteentwicklung so klar zur Priorität macht. Danke an das Team der APD Academy, das dafür das Fundament legt. Und vor allem Dank an die Führungskräfte im Raum, die so offen reflektiert und sich selbst herausgefordert haben.
→ Unsere englischsprachige Arbeit zu Positive Leadership in der Polizei: Code 4 Leadership
→ Weitere Beiträge, Werkzeuge und Vorträge zum Thema auf der Themenseite Positive Leadership in der Polizei.