Zwei Werkzeuge aus Kapitel 1

Feedback annehmen

Feedback ist scheu. Wer einmal falsch reagiert, bekommt jahrelang keins mehr und wundert sich über die hohe Zustimmung im Raum.

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Worum es geht

Jonas hat es einmal versucht. Im Mitarbeitergespräch, vorsichtig, als Bernd fragte, ob noch etwas sei. Bernd hat erklärt, warum das so sein muss. Jonas hat genickt. Seitdem sagt er „Nein“, wenn Bernd fragt, und Bernd hält das für Zustimmung. Kapitel 1 erzählt, wie der blinde Fleck entsteht und warum er von innen nicht kleiner wird.

Kleiner wird er nur von außen, durch Feedback. Dafür braucht es zwei Dinge: dass du es überleben lässt, wenn es kommt. Und dass du es dir holst, wenn es nicht kommt.

Feedback überleben lassen

Wenn jemand sich traut, dir Feedback zu geben, hast du genau drei Aufgaben:

  1. Zuhören.
  2. Nachfragen, um wirklich zu verstehen.
  3. Dich bedanken.

Rechtfertigen, einordnen oder erklären kannst du später. Meistens willst du es dann gar nicht mehr. Wenn du weißt, dass dir das schwerfällt, präge dir einen Satz ein, der im Moment die Arbeit macht:

„Danke für die Rückmeldung. Ich weiß es zu schätzen, dass du das ansprichst. Ich muss da jetzt tatsächlich mal drüber nachdenken und melde mich wieder.“

Atmen. Den Satz sagen. In Ruhe darüber nachdenken, am besten drüber schlafen, und dann den Faden wieder aufnehmen. Ob du das Feedback am Ende umsetzt, bleibt deine Entscheidung. Aber die Tür muss offen bleiben, sonst zeigt dir niemand mehr den blinden Fleck.

Der Fremdbild-Check

Das Mini-360: Bitte drei bis fünf Menschen aus deinem näheren Umfeld (Team, Kollegen, Chefin) um Antworten auf drei schlichte Fragen.

  1. Was sollte ich anfangen zu tun, weil es bisher fehlt?
  2. Was sollte ich sein lassen, weil es stört oder schadet?
  3. Was soll ich unbedingt beibehalten, weil es wirkt?

Die drei Fragen sind bewährt, weil sie nach konkretem Verhalten fragen statt nach Eigenschaften, weil die dritte auch das Gute sichtbar macht, und weil sie sich in einer Kaffeepause beantworten lassen. Ein Hinweis aus Erfahrung: Wer zum ersten Mal fragt, bekommt höfliche Antworten. Frag trotzdem wieder. Ab dem zweiten, dritten Mal, wenn sich herumgesprochen hat, dass bei dir niemand für Ehrlichkeit bestraft wird, kommen die Fakten.

Die Profivariante, strukturiert, anonym und mit Zahlen, ist das PERMA-Lead®-360 aus Kapitel 7. Den Zugang gibt es über zertifizierte Beraterinnen und Berater, zum Beispiel bei der Akademie der Dankfabrik.

Zum Herunterladen

Feedback annehmen: die Karte

Eine Seite: die drei Aufgaben mit dem Rettungssatz, dazu die Karte im Visitenkartenformat zum Ausschneiden, für die Schreibtischschublade.

Der Fremdbild-Check: der Bogen

Eine Seite: oben die Liste, wen du fragst und wann. Unten der abtrennbare Bogen mit den drei Fragen zum Weitergeben.

Am Bildschirm ausfüllbar oder ausdrucken. Frei nutzen und unverändert weitergeben, mit Quellenangabe. Kommerzielle Nutzung nur nach vorheriger Genehmigung.

Das Buch dazu

Buchcover: Sei einfach kein Arschloch

Sei einfach kein Arschloch

Führen mit Haltung, Herz und Humor. Positive Leadership in der Praxis.
Vahlen · Januar 2027 · 180 Seiten · 19,80 €

16 Kapitel, 88 Werkzeuge, eine Geschichte: Bernd, der alles richtig machen will und dabei manches übersieht. Zu jedem Kapitel die Forschung dahinter und Werkzeuge für den nächsten Arbeitstag.

Der Amazon-Link enthält einen Partner-Tag. Der Preis bleibt gleich.

Von Dr. Bernd Bürger, Polizeidirektor, Advanced PERMA-Lead®-Consultant und Keynote-Speaker. Mehr auf docbb.de.

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