Vortrag zum Ruhestand von Prof. Dr. Otto Adang

Einer der bedeutendsten Momente in meinem beruflichen Leben. Ich durfte auf dem internationalen Symposium „Mit aller Gewalt lernen“ der Politieacademie zu Ehren der Ruhestandsverabschiedung von Prof. Dr. Otto Adang die Vorlesung über sein Lebenswerk im Hinblick auf Public Order Policing halten. Und er ist einfach einer der Urväter der modernen Theorien, entsprechend war und ist es mir eine außerordentliche Ehre, dass er mich für diese Aufgabe ausgewählt hat. Das ist ein bisschen so, als war man schon als Kind Fan von Michael Jackson und versucht ungefähr so zu tanzen wie er – und dann wird man von ihm höchstpersönlich eingeladen, um auf seinem Abschied vorzutragen. Wahnsinn!

Über 20 Jahre lang bin ich in die Fußstapfen von Prof. Dr. Otto Adang getreten, oft ohne es zu wissen. Ich kam nicht nur zu den gleichen Schlussfolgerungen, wir waren oft an den gleichen Orten, ohne es zu wissen – er als Forscher, ich als Bereitschaftspolizist. Schließlich brachte uns mein erstes Buch „Die Rolle der Polizei bei Versammlungen“ zusammen, für das er zusammen mit Dr. Martina Schreiber ein Kapitel beisteuerte. Daraufhin lud er mich ein, in seinem „Public Order“ Modul des Masterstudiengangs an der Politieacademie zu unterrichten – und ich konnte vom Großmeister selbst lernen – in angenehmen, konstruktiven, klugen und weitsichtigen Diskussionen bei einem guten niederländischen Bier. 

Dank Otto konnte ich meine zahlreichen praktischen Erfahrungen aus über 20 Jahren beim USK (als Gruppenbeamter, Gruppenführer, Zugführer oder Kommandoführer) oder bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Großeinsätzen (G7 2015 und 2022), über die ich bereits in vielen europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada referiert habe, noch besser strukturieren. Nach seinen Grundsätzen: Wissen, Unterstützen, Kommunizieren, Differenzieren (mehr sh. docbb.de oder publicorderpolicing.com ), die wirklich allumfassend zum Erfolg polizeilicher Arbeit im Kontext von Menschenmengen beitragen.

Internationales Kompendium zum Thema Versammlungslagen

Unser neues Buch „Public Order Policing. A Professional’s Guide to International
Theories, Case Studies, and Best Practices“ ist erschienen. Es geht wieder um Versammlungslagen und umfasst verschiedene internationale Perspektiven, zum Beispiel aus England, den Niederlanden, Frankreich den USA und natürlich auch Deutschland.

Hier könnt ihr die Einleitung mit den Abstracts aller Kapitel kostenlos herunterladen.

Das Buch gibt es als Hardcover oder Ebook direkt beim Verlag (hier klicken) oder auch bei Amazon. Wenn ihr direkt beim Verlag bestellt, unterstützt ihr meine Arbeit, daher würde mich das freuen.

Integration der Generation Z – ein Projekt der Bundespolizei

Ein spannender Beitrag der Bundespolizei zur Integration der Generation Z in die Ausbildungs- und Arbeitswelt der Polizei im Handbuch Polizeimanagement:

Die Bundespolizei wächst. Eine bislang nie dagewesene Anzahl neuer Mitarbeiter*innen stellt die Bundespolizei auf allen Ebenen vor große Herausforderungen. Die neuen Kolleg*innen haben zu Recht einen Anspruch darauf, zielgerichtet eingearbeitet und „mitgenommen“ zu werden. Dieser Herausforderung widmet sich ein Gemeinschaftsprojekt mit Vertreter*innen aus allen Bereichen der Bundespolizei, einschließlich Personalvertretung und Gleichstellung. Doch wie gelingt eine nachhaltige Integration neuer Mitarbeiter*innen speziell in der Bundespolizei? Diese Fragestellung bildet das Herzstück des Projektes „Integration neuer Mitarbeiter*innen“ unter der Leitung von PD Dr. Schmelzer. Das Autorenteam skizziert den Aufbau und den Ablauf des Projektes und stellt erste Projektergebnisse auf dem Weg zu bundespolizeiweit einheitlichen Mindeststandards vor. Inhaltliche Schwerpunkte wie z. B. die Bedeutung von Führung und des Miteinanders im Kontext der Einarbeitung neuen Personals werden mit den bislang erzielten Befragungsergebnissen unterlegt und anschaulich dargestellt. Eine zentrale Rolle nehmen dabei sowohl die Anwärter*innen und Laufbahnabsolvent*innen als derzeitige und künftige Bedarfsträger*innen als auch die bestehende Mitarbeiterschaft, die „Stammbeamten“, ein.

Die Rolle der Polizei bei Versammlungen

Nach zwei Jahren Arbeit ist es geschafft – mein neues Buch ist erschienen. Die Einleitung zum Buch und eine Übersicht über die Autoren und Inhalte der Kapitel kann hier (klick) kostenlos heruntergeladen werden.

Foto: Mirjam Hagen

Einige Rezensionen sind schon erschienen, u.a. in der Hessischen Polizeirundschau, verfasst von Rudi Heimann, Polizeivizepräsident des PP Südhessen. Ein kleiner Auszug: „Die rund 380 Seiten, die von Bernd Bürger zusammengestellt wurden, sind ein lesenswerter Gewinn für alle Polizeipraktiker und jede Person, die sich auf wissenschaftlicher wie auch einsatzstrategischer und -taktischer Ebene mit dem Phänomen Mensch in Ansammlungen, Versammlungen oder Veranstaltungen beschäftigt. Und ich stimme dem Herausgeber in seiner Einschätzung zu, dass die Inhalte in dieser komprimierten Form und hohem Transferanteil zur Praxis bis- lang nicht Gegenstand von praxisorientierten Curricula sind. Es bleibt damit zunächst jeder verantwortungsbewussten Führungskraft zunächst selbst überlassen, sich mit diesem Werk weiterzubilden und die Inhalte auf geeignete Weise zu vermitteln, um die eigene und die Sicherheit der ihr anvertrauten Einsatzkräfte wirksam zu erhöhen.“
Hessische Polizeirundschau 4/22, S. 16.

Zum Inhalt:

Versammlungen sind wichtiger Bestandteil von Demokratie und Rechtsstaat. Der Umgang eines Staates mit Demonstrierenden wirkt nicht nur nach innen, er wird auch international wahrgenommen, man denke z.B. an Myanmar, Belarus, Hongkong oder Russland.

Für Eskalationen bei Versammlungen oder Veranstaltungen, bei denen eine Vielzahl von Menschen zusammenkommt, gibt es oft alltagsplausible Erklärungen. Doch viele dieser vermeintlich deterministischen Ursachen, Zusammenhänge oder Rollenzuschreibungen sind widerlegt oder zu stark verkürzt. Dies kann bei den Akteuren zu Fehlinterpretationen, negativen Stereotypisierungen und letztlich zu nicht optimalen Entscheidungen führen. Insbesondere bei großen Menschenmengen kann dies schwerwiegende Folgen haben: Die Lage kann eskalieren, in Ausschreitungen sowie blanker Gewalt münden.

Ziel dieses Buches ist es, einen Überblick über internationale Good-Practice Ansätze zu geben, wie in einem demokratischen Rechtsstaat der Umgang mit Menschenmengen gestaltet sein sollte. Dazu werden wissenschaftliche Erkenntnisse u. a. aus Soziologie, Psychologie, Kriminologie, Ethik und Recht interdisziplinär aufgearbeitet und anhand zahlreicher praktischer Beispiele beleuchtet.

Das Buch ist hier erhältlich (wer meine Arbeit unterstützen will, bestellt direkt beim Verlag, dann bekomme ich auch was ab):

Oder beim lokalen Buchhändler, dann freut der sich.

Arbeitsorganisation bei der Polizei und ihre Wirkungen auf (Un)Sicherheit im öffentlichen Raum

Ausführliche Fassung – gekürzter Artikel erschienen bei der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik, Zeitpolitisches Magazin Nr. 36 Juli 2020 (ISSN 2196-0356, hier zum Download).

„Wir stehen ein für die Sicherheit der Menschen und leisten Hilfe rund um die Uhr.“1Bayerisches Staatsministerium des Innern, Leitbild der Bayer. Polizei – Handlungs- und Orientierungsrahmen für die Zukunft, https://www.polizei.bayern.de/wir/leitbild/index.html/3249, abgerufen am 01.03.2020

Dieses Zitat aus dem Leitbild der Bayerischen Polizei gilt unzweifelhaft für alle Polizeibehörden – sie gewährleisten die Sicherheit in einer Gesellschaft und zwar rund um die Uhr. Zwar ist die Arbeit 24/7224/7 steht für 24 Stunden, 7 Tage der Woche, also hier die Bereitstellung von Arbeitsleistung an jedem Tag zu jeder Zeit. kein Alleinstellungsmerkmal der Polizeiarbeit, denn etwa jeder sechste Erwerbstätige in Deutschland arbeitet im Schichtdienst (Radtke 2020), doch ist sie kennzeichnend für die Arbeit der Polizei. Um also die Arbeits(zeit)organisation der Polizei und deren Auswirkungen auf die Sicherheit im öffentlichen Raum zu verstehen, muss man auch verstehen, welche Auswirkungen der Schichtdienst, der erforderlich ist, um die ständige Verfügbarkeit der Polizei zu gewährleisten,  auf Menschen hat. Denn auch wenn manche Arbeitszeitgestalter bei den Polizeien dies nicht zu berücksichtigen scheinen: auch Polizeibeamt*innen sind Menschen und entsprechend hat die Gestaltung des Schichtdienstes einen wesentlichen Einfluss auf deren Leistungs- und Handlungsfähigkeit und somit unmittelbar auch auf die (Un-)Sicherheit im öffentlichen Raum.

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The Subtle Art of Not Giving a F*ck

Auf das Bild klicken, um das Buch bei Amazon anzusehen.

A Counterintuitive Approach to Living a Good Life: Wie der Titel schon andeutet, will sich Manson mit seinem Buch von den üblichen Lebensratgebern abheben. Denn die betonen in der Regel, was man alles erreichen könnte oder sollte – höher, schneller, weiter (siehe bspw. Game Changers). Die Kehrseite ist aber, dass einem dabei ganz deutlich vor Augen geführt wird, was man bislang nicht geschafft hat. Man hat dies und das eben nicht erreicht, ist nicht außergewöhnlich. Und die üblichen (amerikanischen?) Lebensratgeber zielen alle darauf ab, dass man endlich außergewöhnlich sein und alle Ziele erreichen kann.

Manson zeigt in seinem Buch einen anderen Weg zum persönlichen Erfolg auf. Das Buch ist übrigens auch auf Deutsch verfügbar („Die subtile Kunst des darauf Scheißensbei Amazon anschauen), aber speziell bei diesem Buch dürfe es fast unmöglich sein, den „Geist“ des Buches richtig ins Deutsche zu transportieren. Während „to give a fuck“ im englischen vieldeutig ist und der Autor den Ausdruck entsprechend kreativ einsetzt, wird alleine das in der deutschen Sprache schwierig. Mal schauen, ob es mir gelungen ist.

„The Subtle Art of Not Giving a F*ck“ weiterlesen

#Instacops – privater Instagram Account als Polizist*in?

Kommentar eines Wissenschaftlers und Polizisten.
Erschienen am 24.05.2020 in Deutsche Polizei, 06/20., S. 20 ff

Bei meinen Vorträgen über die Generation Z geht es zum Teil auch um private Accounts von Polizeibeamt*innen in den Sozialen Medien, wenn sie dort als „Cop“ erkennbar sind. Der Umgang mit diesen sogenannten #instacops ist je nach Behörde und Bundesland durchaus sehr unterschiedlich. So werden bei manchen Polizeien Fotos mit Uniform in einem privaten Account disziplinarrechtlich geprüft, da dieses Foto vermeintlich während der Dienstzeit entstanden sein muss.

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