Werkzeug aus Kapitel 4

Das Mitarbeitergespräch

Der einzige fest eingeplante Termin im Jahr, der einem einzigen Menschen gehört. Und so oft abgearbeitet wie eine Frist.

Vorschau: Leitfaden Mitarbeitergespräch als PDF

Worum es geht

Bernd führt seine Mitarbeitergespräche wie Fristsachen. Er redet fünfzig Minuten, fragt in der einundfünfzigsten „Haben Sie noch was?“ und hört „Nein“. Jonas hätte etwas gehabt. In Bernds Notiz steht danach: „Keine Themen“. Kapitel 4 zeigt, was Bernd an diesem Nachmittag verpasst hat und was es ihn später kostet.

Richtig geführt zahlt dieses Gespräch auf fast alles ein: Vertrauen, Feedback in beide Richtungen, geklärte Erwartungen und das Gefühl, als Mensch gesehen zu werden. Der Psychologe Steven Rogelberg hat tausende Eins-zu-eins-Gespräche untersucht und zwei Muster gefunden: Regelmäßigkeit zählt mehr als Länge. Und das Gespräch gehört den Themen deiner Mitarbeitenden.

Das Werkzeug in fünf Sätzen

  1. Schütze den Rahmen: neunzig Minuten, ungestört, Handys außer Sichtweite, Gehalt bekommt einen eigenen Termin.
  2. Bereitet euch beide vor: du mit vier Fragen, deine Mitarbeitenden mit dreien plus Tätigkeitslandschaft.
  3. Führe das Gespräch in sechs Phasen, vom Ankommen bis zur Anerkennung. Deine Mitarbeitenden reden, du fragst.
  4. Nimm Feedback an, ohne dich zu rechtfertigen. Wie das geht, steht hier.
  5. Beende mit höchstens drei Vereinbarungen, die beim nächsten Mal wieder auf den Tisch kommen.

Die sechs Phasen: Ankommen, der Mensch zuerst · Energie und Stärken · Lernen und Entwicklung · Bleiben und Frühwarnung · Feedback an dich · Anerkennung und Abschluss.

Zwei Fragen aus Phase vier sind die mutigsten des ganzen Buchs. Sie stammen aus der Bindungsforschung: „Warum bleibst du eigentlich bei uns?“ Und: „Wann hast du zuletzt daran gedacht, zu gehen, und was war der Auslöser?“ Wer so fragt und dann zuhört, erfährt Kündigungsgründe, solange sie sich noch beheben lassen.

Die Tätigkeitslandschaft

Richtig stark wird die Vorbereitung mit der Tätigkeitslandschaft. Deine Mitarbeitenden sortieren vorab alle Tätigkeiten des vergangenen Jahres in sechs Felder, von „davon will ich mehr“ bis „laugt mich aus, möchte ich abgeben“. Gerade das Einordnen in die unteren Felder entlastet. Niemand muss so tun, als müsse alles Freude machen. Ziel ist, dass sich mindestens eine Tätigkeit bewegt, und dass das Ungeliebte fair verteilt ist.

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Der Leitfaden zum Anpassen

Vier Seiten: der Rahmen und deine vier Vorbereitungsfragen, ein Blatt für Mitarbeitende mit drei Fragen und der Tätigkeitslandschaft, der Check-in mit vier Reglern, alle Fragen der sechs Phasen mit Notizfeldern, das Vereinbarungsblatt. Versteh ihn als Baukasten, nicht als Skript: Nimm pro Phase die ein, zwei Fragen, die zu dir und deinen Mitarbeitenden passen.

Am Bildschirm ausfüllbar oder ausdrucken. Frei nutzen und unverändert weitergeben, mit Quellenangabe. Kommerzielle Nutzung nur nach vorheriger Genehmigung.

Das Buch dazu

Buchcover: Sei einfach kein Arschloch

Sei einfach kein Arschloch

Führen mit Haltung, Herz und Humor. Positive Leadership in der Praxis.
Vahlen · Januar 2027 · 180 Seiten · 19,80 €

16 Kapitel, 88 Werkzeuge, eine Geschichte: Bernd, der alles richtig machen will und dabei manches übersieht. Zu jedem Kapitel die Forschung dahinter und Werkzeuge für den nächsten Arbeitstag.

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Von Dr. Bernd Bürger, Polizeidirektor, Advanced PERMA-Lead®-Consultant und Keynote-Speaker. Mehr auf docbb.de.

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