Werkzeug aus Kapitel 4

Das Emotionsvokabular

Was man nicht benennen kann, kann man weder bei sich noch bei anderen steuern. Zwölf Wörter reichen für den Anfang.

Vorschau: Das Emotionsvokabular als Plakat

Worum es geht

Tobias reißt die Tür auf, rot im Gesicht, die Stimme zu laut. Ein halbes Jahr lang hieß es, die Beförderung wird was. Jetzt geht die Stelle an einen anderen. Bernd sagt: „Jetzt beruhigen Sie sich erst mal.“ Es ist der schlechteste Satz, der ihm in diesem Moment einfallen konnte, und Kapitel 4 erklärt, warum.

Die Kurzfassung: Ein Gefühl, das benannt wird, verliert an Wucht. Das gilt für andere („Sie sind gerade richtig enttäuscht, und das zu Recht“) und für dich selbst. Nur braucht man dafür Wörter. Und zwischen „gut“ und „schlecht“ liegt bei vielen Führungskräften erstaunlich wenig.

Die zwölf Gefühle

Jedes mit einem Satz, was es ist und was es dir sagen will:

  1. Ärger: die aufsteigende Spannung, wenn etwas gegen deine Interessen oder Werte verstößt. Macht Energie frei.
  2. Angst: das Alarmgefühl vor einer Bedrohung, der du dich vielleicht nicht gewachsen fühlst. Macht wachsam.
  3. Enttäuschung: der Schmerz, wenn eine Erwartung zerbricht, auf die du gebaut hast.
  4. Scham: das brennende Gefühl, vor anderen als ungenügend dazustehen. Macht klein.
  5. Kränkung: der Stich, wenn ein Wort oder eine Entscheidung dich als Person trifft.
  6. Überforderung: die Anforderungen sind gerade größer als deine Mittel. Sagt dir: Hier braucht es Entlastung.
  7. Trauer: der tiefe Schmerz über einen Verlust.
  8. Erleichterung: die Anspannung fällt ab, weil etwas vorbei oder ausgeblieben ist.
  9. Stolz: die warme Zufriedenheit, etwas geschafft zu haben, das dir etwas bedeutet.
  10. Freude: das helle Hochgefühl, wenn gerade etwas Gutes passiert.
  11. Dankbarkeit: das warme Gefühl, wenn du etwas Gutes nicht als selbstverständlich nimmst.
  12. Zuversicht: das tragende Vertrauen, dass es gut ausgehen kann.

Wer diese zwölf aktiv benutzt, führt andere Gespräche als jemand, dessen gesamtes Repertoire aus „passt schon“ besteht.

Zum Aufhängen, in groß: Die Schweizer Kampagne „Wie geht's dir?“ hat ein ABC der Emotionen entwickelt, ein Plakat mit Gefühlszuständen von A bis Z. Für den Teamraum oder die Kaffeeküche. Zum ABC der Emotionen

Zum Herunterladen

Das Emotionsvokabular als Plakat

Die zwölf Gefühle mit Definition auf einer Seite. A4 für die Schreibtischschublade, A3 für die Wand.

Frei nutzen und unverändert weitergeben, mit Quellenangabe. Kommerzielle Nutzung nur nach vorheriger Genehmigung.

Das Buch dazu

Buchcover: Sei einfach kein Arschloch

Sei einfach kein Arschloch

Führen mit Haltung, Herz und Humor. Positive Leadership in der Praxis.
Vahlen · Januar 2027 · 180 Seiten · 19,80 €

16 Kapitel, 88 Werkzeuge, eine Geschichte: Bernd, der alles richtig machen will und dabei manches übersieht. Zu jedem Kapitel die Forschung dahinter und Werkzeuge für den nächsten Arbeitstag.

Der Amazon-Link enthält einen Partner-Tag. Der Preis bleibt gleich.

Von Dr. Bernd Bürger, Polizeidirektor, Advanced PERMA-Lead®-Consultant und Keynote-Speaker. Mehr auf docbb.de.

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