Führung, Menschenmengen

Interview bei Empowering Democracy: Möglichst wenig Menschen möglichst wenig auf den Keks gehen

Interview bei Empowering Democracy: Möglichst wenig Menschen möglichst wenig auf den Keks gehen

Wie wägt man bei einer Versammlung Grundrechte im Minutentakt ab? Wofür ist die Polizei eigentlich da? Und was hat Positive Leadership mit Demokratie zu tun? Darüber habe ich mit Sarah Entacher von Empowering Democracy gesprochen.

Rund 30 Jahre Polizei, viele davon bei Einsatzeinheiten. Zwischen linken und rechten Demonstrationen, bei Corona-Protesten, beim G7-Gipfel. Richtig bewusst geworden ist mir die Verbindung zur Demokratie aber erst mit der Führungsverantwortung. Dann sprichst du direkt mit Anmeldern und Gegenparteien und musst live entscheiden, wessen Grundrecht gerade schwerer wiegt.

Worum es im Gespräch geht

Verhältnismäßigkeit, ganz praktisch. Juristisch heißt das: das Recht mit dem geringstmöglichen Eingriff durchsetzen. In meinem Kopf ist es einfacher. Jede und jeder soll möglichst viel von den eigenen Grundrechten ausüben können, und die Polizei greift so wenig ein wie nötig. Daher auch der Titel des Interviews.

Vertrauen durch Transparenz. Die Polizei steht in den Umfragen gut da, weil sie liefert. Halten können wir dieses Vertrauen nur, wenn wir offen erklären, was passiert ist und warum wir so entschieden haben. Auch dann, wenn etwas schiefgelaufen ist. Beamtendeutsch hilft dabei wenig.

Ein Anker der Demokratie. Sicherheit allein reicht dafür nicht, Sicherheit gibt es auch in Nordkorea. Eine demokratische Polizei ermöglicht Freiheit, handelt transparent und steht für ihr Handeln gerade. Den Sinn im Alltag finden wir in den vielen kleinen Situationen, in denen wir für Menschen da sind. Ich erzähle im Interview von den Demokratiepatinnen und -paten der Polizei Niedersachsen und von einer Inspektion, die nach einem Podcast eine Dankwand eingerichtet hat.

Positive Leadership als Grundhaltung. Menschen sehen und wachsen lassen. Dieser Gedanke steht schon im Grundgesetz, bei der Würde des Menschen und der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Dazu kommt Zuversicht: ein positives Bild der Zukunft, in der Führung genauso wie in der Demokratie. Mehr dazu in meinem Buch Positive Leadership in der Polizei.

Warum ich bei Empowering Democracy mitmache

Bei Empowering Democracy leite ich den Fachbereich „Einsatzorganisationen in Demokratien“. Wir suchen gute Projekte bei Polizei, THW, Rettungsdiensten, Katastrophenschutz und Militär, geben ihnen eine Bühne und bringen Organisationen zusammen, die voneinander lernen können.

Live dabei bin ich beim Europäischen Demokratie-Kongress am 20. und 21. November 2026 in Wien, am Podium zu Themen und Methoden positiver Gestaltung in Gesellschaft und Demokratie. Das Programm steht auf der Kongressseite.

Vielen Dank an Sarah Entacher für das tolle Gespräch!

Zum vollständigen Interview bei Empowering Democracy